Lucas 19

GerLeoNA28: Leonberger Bibel, NT (NA28) (SM_GERLEONA28)

1 Und als er hinkam, durchquerte er Jericho.

2 Und siehe!, [da war] ein Mann, mit Namen Zachäus genannt, und der war ein Oberzöllner und der [war] reich.

3 Und er versuchte, Jesus zu sehen – wer er sei –, und er schaffte es nicht wegen der Menschenmenge, weil er klein von Statur war.

4 Und er lief voraus zum vorderen [Ende] und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen, weil jener [dort] durchkommen sollte.

5 Und wie er an die Stelle kam, blickte Jesus auf und sagte zu ihm: „Zachäus, beeile dich und steig herab, denn heute muss ich in deinem Haus bleiben!“

6 Und er beeilte sich und stieg herab, und er empfing ihn freudestrahlend.

7 Und als sie es sahen, murrten sie alle und sagten: „Bei einem sündhaften Mann ist er eingekehrt, um [bei ihm] abzusteigen.“

8 Zachäus blieb nun stehen und sagte zu dem Herrn: „Siehe!, die Hälfte meines Besitzes, Herr, gebe ich den Armen, und wenn ich von jemandem etwas erpresst habe, dann zahle ich es vierfach zurück.“

9 Da sagte Jesus zu ihm: „Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, weil auch er ein Sohn Abrahams ist!

10 Der Menschensohn ist nämlich gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“

11 Während sie nun diese [Dinge] hörten, fuhr er fort und erzählte ein Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, dass das Reich Gottes unmittelbar erscheinen würde.

12 Er sagte also: „Ein wohlgeborener Mann reiste in ein fernes Land, um ein Königreich für sich zu erlangen und [anschließend] zurückzukehren.

13 Er rief nun seine zehn Knechte und gab ihnen zehn Minas, und er sagte zu ihnen: ‚Macht Geschäfte, während ich reise!‘

14 Seine Bürger aber hassten ihn, und sie sandten eine Abordnung hinter ihm her und sagten: ‚Wir wollen nicht, dass dieser [Mann] über uns regiert.‘

15 Und es geschah, als er wiederkam, nachdem er das Königreich erlangt hatte, da befahl er, dass diese Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, zu ihm gerufen werden, um zu erfahren, was sie erwirtschaftet hatten.

16 Da kam der erste und sagte: ‚Herr, dein Mina hat zehn Minas erbracht.‘

17 Und er sagte zu ihm: ‚Ausgezeichnet, guter Knecht, denn im Geringsten warst du treu, du sollst über zehn Städte stehen und Macht haben.‘

18 Dann kam der zweite und sagte: ‚Dein Mina, Herr, hat fünf Minas gebracht.‘

19 Und auch zu ihm sagte er: ‚Auch du sollst sein über fünf Städte.‘

20 Und der andere kam und sagte: ‚Herr, siehe!, dein Mina, den ich in einem Tuch beiseitegelegt hatte;

21 denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mensch bist – du nimmst, was du nicht hingelegt hast, und erntest, was du nicht gesät hast.‘

22 Er sagt zu ihm: ‚‹Gemäß deiner Aussage› werde ich dich verurteilen, böser Knecht! Du wusstest, dass ich ein strenger Mensch bin, der nimmt, was ich nicht hingelegt habe, und erntet, was ich nicht gesät habe?

23 Und weshalb hast du mein Geld nicht an eine Bank gegeben? Und ich hätte es samt Zinsen eingefordert, wenn ich komme.‘

24 Und zu denen, die dabeistanden, sagte er: ‚Nehmt von ihm das Mina und gebt es dem, der zehn Minas hat!‘

25 (Und sie sagten zu ihm: ‚Herr, er hat [bereits] zehn Minas.‘)

26 ‚Ich sage euch, dass jedem, der hat, gegeben werden wird, aber von dem, der nicht hat, wird noch genommen, was er hat.

27 Doch diese meine Feinde, die nicht wollen, dass ich über sie regiere, bringt her und erschlagt sie vor mir!‘“

28 Und nachdem er diese [Dinge] gesagt hatte, ging er weiter und stieg hinauf nach Jerusalem.

29 Und es geschah, als er sich Betfage und Betanien näherte, hin zu dem Berg, der Ölberg genannt wird, da sandte er zwei von den Jüngern

30 und sagte: „Geht in das Dorf gegenüber, wo ihr – sobald ihr hineinkommt – ein angebundenes Fohlen finden werdet, auf dem bisher kein einziger Mensch gesessen hat; dann bindet es los und bringt es her!

31 Und wenn euch jemand fragt: ‚Weshalb bindet ihr es los?‘, dann sollt ihr folgendermaßen sprechen: ‚Der Herr benötigt es.‘“

32 Die gesandt worden waren, gingen aber los und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte.

33 Während sie nun das Fohlen losbanden, sagten seine Besitzer zu ihnen: „Warum bindet ihr das Fohlen los?“

34 Sie aber sagten: „Der Herr benötigt es.“

35 Und sie brachten es zu Jesus, und nachdem sie ihre Gewänder auf das Fohlen geworfen hatten, setzten sie Jesus [darauf].

36 Während er nun hinging, breiteten sie ihre Gewänder auf dem Weg aus.

37 Als er sich aber schon dem Abstieg vom Ölbergs näherte, begann die ganze Gruppe der Jünger, sich zu freuen und Gott mit lauter Stimme zu loben über alle Wunderkräfte, die sie gesehen hatten,

38 indem sie sagten: „Gepriesen [sei], der kommt, der König im Namen des Herrn! Im Himmel [sei] Friede und Herrlichkeit in den höchsten [Höhen].“

39 Aber einige der Pharisäer aus der Menschenmenge sagten zu ihm: „Lehrer, weise deine Jünger zurecht!“

40 Da antwortete er und sagte: „Ich sage euch: Wenn sie schweigen sollten, dann werden es die Steine schreien.“

41 Und wie er sich näherte, sah er die Stadt und weinte über sie

42 und sagte: „Wenn auch du an diesem Tag erkennen würdest, was zum Frieden [führt] … tatsächlich aber ist es vor deinen Augen verborgen.

43 Denn es werden Tage über dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall um dich herum aufschütten und dich umzingeln und dich von allen Seiten bedrängen,

44 und sie werden dich und deine Kinder in dir zu Boden werfen, und ‹keinen Stein auf dem anderen› lassen in dir, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast.“

45 Und nachdem er den Tempel betreten hatte, begann er, die Händler hinauszuwerfen,

46 indem zu ihnen sagte: „Es steht geschrieben: ‚Und mein Haus soll ein Haus des Gebets sein‘, ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht!“

47 Und er lehrte Tag für Tag im Tempel. Die Oberpriester aber und die Schriftgelehrten sowie die wichtigsten [Leute] des Volkes versuchten, ihn umzubringen,

48 und sie fanden nichts, was sie tun konnten, denn das ganze Volk hing an ihm, während es zuhörte.

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