Lucas 18

GerLeoNA28: Leonberger Bibel, NT (NA28) (SM_GERLEONA28)

1 Er sagte ihnen nun ein Gleichnis darüber, dass sie stets beten und nicht verzagen sollten,

2 und sagte: „In einer Stadt gab es einen Richter, der Gott nicht fürchtete und keinen Menschen scheute.

3 Es gab auch eine Witwe in jener Stadt, und sie kam wiederholt zu ihm und sagte: ‚Rechtfertige mich vor meinem Widersacher!‘

4 Und eine Weile wollte er nicht. Danach aber sagte er bei sich selbst: ‚Auch wenn ich Gott nicht fürchte und keinen Menschen scheue …

5 wenigstens weil diese Witwe mir Mühe verursacht, werde ich sie rechtfertigen, damit sie nicht am Ende kommt und mich ohrfeigt.‘“

6 Da sagte der Herr: „Hört, was der ungerechte Richter sagt!

7 Sollte Gott aber nicht gewiss die Rechtfertigung seiner Erwählten ausführen, die bei Tag und bei Nacht zu ihm rufen, und zögert er es bei ihnen lange hinaus?

8 Ich sage euch: Er wird ihre Rechtfertigung bald ausführen. Doch wird der Menschensohn folglich den [entsprechenden] Glauben auf der Erde finden, wenn er kommt?“

9 Er sagte aber auch zu einigen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien, und die übrigen verachteten, folgendes Gleichnis:

10 „Zwei Menschen stiegen hinauf zum Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner.

11 Der Pharisäer stand für sich und betete Folgendes: ‚Oh Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen – Räuber, Ungerechte, Ehebrecher – oder auch wie dieser Zöllner;

12 ich faste zweimal pro Woche, ich gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe.‘

13 Der Zöllner hingegen stand weit weg und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel aufheben, sondern er schlug an seine Brust und sagte: ‚Oh Gott, sei mir Sünder gnädig!‘

14 Ich sage euch: Im Gegensatz zu jenem stieg dieser gerechtfertigt in sein Haus hinab; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird gering gemacht werden, aber wer sich selbst gering macht, wird erhöht werden.“

15 Sie brachten aber auch die Säuglinge zu ihm, damit er sie berührt; als nun die Jünger das sahen, drohten sie ihnen.

16 Jesus aber rief sie zu sich und sagte: „Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.

17 Amen, ich sage euch: Wer auch immer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, geht gewiss nicht darin ein.“

18 Und ein Vorsteher fragte ihn und sagte: „Guter Lehrer, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?“

19 Da sagte Jesus zu ihm: „Was nennst du mich gut? Keiner [ist] gut außer einem: Gott.

20 Du kennst die Gebote: ‚Du sollst nicht ehebrechen!‘, ‚Du sollst nicht morden!‘, ‚Du sollst nicht stehlen!‘, ‚Du sollst keine Falschaussage machen!‘, ‚Ehre deinen Vater und deine Mutter!‘“

21 Er aber sagte: „Dies alles habe ich seit der Jugend beachtet.“

22 Als nun Jesus das hörte, sagte er zu ihm: „Eines fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du hast, und verteile es an Arme, dann wirst du einen Schatz in den Himmeln haben – und komm, folge mir!“

23 Er aber wurde sehr traurig, als er das hörte; denn er war äußerst reich.

24 Als nun Jesus sah, dass er sehr traurig wurde, sagte er: „Wie schwerlich gehen diejenigen, die Besitztümer haben, in das Reich Gottes ein.

25 Denn es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingeht.“

26 Da sagten diejenigen, die zuhörten: „Wer kann dann gerettet werden?!?“

27 Er aber sagte: „Was bei Menschen unmöglich [ist], ist bei Gott möglich.“

28 Da sagte Petrus: „Siehe!, wir haben unser Zuhause verlassen und sind dir gefolgt.“

29 Er aber sagte zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Es gibt niemanden, der Haus oder Frau oder Geschwister oder Eltern oder Kinder um des Reiches Gottes willen verlassen hat,

30 der nicht gewiss ein Vielfaches zu dieser Zeit und ewiges Leben im kommenden Zeitalter erhält.“

31 Nachdem er nun die zwölf [Apostel] beiseitegenommen hatte, sagte er zu ihnen: „Siehe!, wir steigen hinauf nach Jerusalem, dann wird alles vollendet werden, was durch die Propheten geschrieben steht über den Menschensohn;

32 denn er wird den Heiden ausgeliefert und er wird verspottet und verhöhnt und bespuckt werden,

33 und nachdem sie ihn gegeißelt haben, werden sie ihn töten, und am dritten Tag wird er auferstehen.“

34 Und sie verstanden nichts davon, und dieses Wort war vor ihnen verborgen, und sie erkannten das Gesagte nicht.

35 Es geschah aber, als er sich Jericho näherte, da saß ein Blinder bettelnd neben dem Weg.

36 Als er nun eine Menschenmenge durchziehen hörte, erkundigte er sich, was dies bedeuten möge.

37 Da berichtete man ihm, dass Jesus der Nazoräer vorübergehen würde.

38 Und er rief und sagte: „Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“

39 Und die vorausgingen, drohten ihm, damit er schweigt; er aber schrie umso mehr: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“

40 Da blieb Jesus stehen und befahl, dass er zu ihm gebracht werde. Als er sich nun näherte, fragte er ihn:

41 „Was willst du, das ich für dich tue?“ Er aber sagte: „Herr, dass ich wieder sehe.“

42 Und Jesus sagte zu ihm: „Du sollst wieder sehen! Dein Glaube hat dich gerettet.“

43 Und augenblicklich sah er wieder, und er folgte ihm und verherrlichte Gott. Und das ganze Volk sah es und gab Gott Lob.

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