Lucas 15

GerLeoNA28: Leonberger Bibel, NT (NA28) (SM_GERLEONA28)

1 Es näherten sich ihm nun ständig all die Zöllner und Sünder, um ihn zu hören.

2 Und sowohl die Pharisäer als auch die Schriftgelehrten murrten und sagten: „Dieser [Mann] empfängt Sünder und isst mit ihnen.“

3 Da sagte er zu ihnen folgendes Gleichnis und sprach:

4 „Welcher Mensch von euch, der hundert Schafe besitzt und eines von ihnen verloren hat, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste zurück und geht [auf die Suche] nach dem verlorenen, bis er es findet?

5 Und wenn er es gefunden hat, legt er es freudestrahlend auf seine Schultern,

6 und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: ‚Freut euch mit mir, weil ich mein verlorenes Schaf gefunden habe!‘

7 Ich sage euch: So wird die Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, [mehr] als über neunundneunzig Gerechte, die keine Buße benötigen.“

8 „Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verloren hat, eine Lampe an und fegt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie sie gefunden hat?

9 Und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: ‚Freut euch mit mir, weil ich die Drachme gefunden habe, die ich verloren hatte!‘

10 Ich sage euch: So ist die Freude die vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“

11 Und er sagte: „Ein Mann hatte zwei Söhne.

12 Und der jüngere von ihnen sagte zu dem Vater: ‚Vater, gib mir den Anteil am Besitz, der mir zufällt!‘ Er aber verteilte das Vermögen an sie.

13 Und ‹ein paar› Tage später packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land, und dort vergeudete er seinen Besitz, indem er verschwenderisch lebte.

14 Als er nun alles aufgebraucht hatte, entstand eine schwere Hungersnot quer durch jenes Land, und er selbst begann, Mangel zu leiden.

15 Und er ging und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes, und er schickte ihn auf seine Felder, um Schweine zu hüten.

16 Und er sehnte sich danach, von den Schoten gesättigt zu werden, die die Schweine aßen, aber niemand gab sie ihm.

17 Da kam er zu sich selbst und sagte: ‚Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brote im Überfluss, ich hingegen komme hier um vor Hunger.

18 Ich mache mich auf und werde zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,

19 ich bin nicht länger würdig, dein Sohn genannt zu werden. Behandle mich wie einen deiner Tagelöhner!‘

20 Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Aber während er noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und hatte Mitleid, und er rannte [ihm entgegen] und fiel um seinen Hals und küsste ihn innig.

21 Da sagte der Sohn zu ihm: ‚Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht länger würdig, dein Sohn genannt zu werden …‘

22 Da sagte der Vater zu seinen Knechten: ‚Schnell! Bringt die besondere Robe und bekleidet ihn, und gebt [ihm] einen Ring an seine Hand und Sandalen an die Füße,

23 dann bringt das gemästete Kalb, schlachtet es und lasst uns essen und feiern,

24 denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und wurde gefunden.‘ Und sie begannen zu feiern.

25 Sein älterer Sohn war aber auf dem Feld; und als er kam und sich dem Haus näherte, hörte er Musik und Tanz,

26 und er rief einen der Knechte herbei und erkundigte sich, was das bedeuten möge.

27 Der aber sagte zu ihm: ‚Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund zurückerhalten hat.‘

28 Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen; sein Vater aber kam heraus und bat ihn.

29 Er aber antwortete und sagte zu seinem Vater: ‚Siehe!, so viele Jahre diene ich dir, und noch nie habe ich dein Gebot übertreten, aber mir hast du noch nie einen Ziegenbock gegeben, damit ich mit meinen Freunden feiere;

30 aber als dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Vermögen mit Huren verprasst hat, da hast du für ihn das gemästete Kalb geschlachtet!‘

31 Er aber sagte zu ihm: ‚Kind, du bist immer bei mir und alles, was meins [ist], ist deins;

32 aber man muss [doch] feiern und sich freuen, dass dieser dein Bruder tot war und lebendig geworden ist, und er verloren war und gefunden wurde.‘“

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