Marcos 14

GerLeoNA28: Leonberger Bibel, NT (NA28) (SM_GERLEONA28)

1 Es war nun das Passafest und die ungesäuerten [Brote] in zwei Tagen. Und es suchten die Oberpriester und die Schriftgelehrten [einen Weg], wie sie ihn mit einer List ergreifen und töten könnten.

2 Sie sagten nämlich: „Nicht während des Festes, sonst wird es einen Aufruhr des Volkes geben.“

3 Und während er in Betanien war, im Haus von Simon dem Aussätzigen, während er [zu Tisch] lag, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit Duftöl aus echter, kostbarer Narde. Sie zerbrach das Alabastergefäß und goss [das Öl] über seinen Kopf.

4 Es empörten sich aber einige gegenseitig: „Wozu ist diese Verschwendung des Duftöls geschehen?

5 Denn dieses Duftöl hätte für über dreihundert Denare verkauft und [der Erlös] den Armen gegeben werden können!“ Und sie warnten sie.

6 Jesus aber sagte: „Lasst sie! Warum bereitet ihr ihr Mühe? Ein gutes Werk hat sie an mir getan.

7 Denn die Armen habt ihr immer bei euch, und wann immer ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun, mich hingegen habt ihr nicht immer.

8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat sich vorgenommen, meinen Körper zum Begräbnis zu salben.

9 Amen aber, ich sage euch: Wo auch immer die gute Nachricht in der gesamten Welt gepredigt wird, wird man auch von dem reden, was sie getan hat, zur Erinnerung an sie.“

10 Und Judas Iskariot, einer der zwölf [Jünger], ging zu den Oberpriestern, um ihn an sie auszuliefern.

11 Sie aber freuten sich, als sie das hörten, und versprachen, ihm Geld zu geben. Und er suchte [einen Weg], wie er ihn bei passender Gelegenheit ausliefern würde.

12 Und am ersten Tag der ungesäuerten [Brote], als sie das Passa zu essen pflegten, sagen seine Jünger zu ihm: „Wo willst du, dass wir hingehen und Vorbereitungen treffen, damit du das Passa essen kannst?“

13 Und er sendet zwei seiner Jünger, und er sagt zu ihnen: „Geht in die Stadt, und euch wird ein Mann begegnen, der einen Krug Wasser trägt; folgt ihm,

14 und wo auch immer er hineingeht, sagt zu dem Hausherrn: ‚Der Lehrer sagt: Wo ist mein Gästezimmer, wo ich das Passa mit meinen Jüngern essen kann?‘

15 Und er wird euch ein großes, ausgestattetes Dachzimmer zeigen, das bereit [ist]; und dort bereitet [alles] für uns vor!“

16 Und die Jünger gingen los, und sie kamen in die Stadt, und sie fanden es vor, wie er zu ihnen gesagt hatte, und sie bereiteten das Passa vor.

17 Und als es Abend wurde, geht er mit den zwölf [Jüngern] [in das Gästezimmer].

18 Und während sie [zu Tisch] lagen und aßen, sagte Jesus: „Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern – einer, der mit mir isst.“

19 Sie begannen, traurig zu werden und einer nach dem anderen zu ihm zu sagen: „Etwa ich?“

20 Er aber sagte zu ihnen: „Einer der zwölf, der [das Brot] mit mir in die Schüssel eintaucht.

21 Denn der Menschensohn geht zwar dahin, wie über ihn geschrieben steht, aber wehe jenem Menschen, durch den der Menschensohn ausgeliefert wird! [Es wäre] besser für ihn, wenn jener Mensch nicht geboren worden wäre.“

22 Und während sie aßen, nahm er Brot, segnete und brach es, und er gab es ihnen und sagte: „Nehmt, dies ist mein Leib!“

23 Dann nahm er einen Becher, dankte und gab ihn ihnen, und sie tranken alle daraus.

24 Und er sagte zu ihnen: „Dies ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele.

25 Amen, ich sage euch: Ich trinke gewiss nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks, bis zu jenem Tag, wenn ich es im Reich Gottes erneut trinke.“

26 Und nachdem sie gesungen hatten, gingen sie hinaus zum Ölberg.

27 Und Jesus sagt zu ihnen: „Ihr alle werdet Anstoß nehmen, weil geschrieben steht: ‚Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden.‘

28 Doch nachdem ich auferweckt worden bin, werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.“

29 Petrus aber sagte zu ihm: „Wenn auch alle Anstoß nehmen werden, dann doch nicht ich!“

30 Und Jesus sagt zu ihm: „Amen, ich sage dir: Du wirst mich heute, in dieser Nacht, bevor der Hahn zweimal kräht, dreimal verleugnen.“

31 Er aber beteuerte ausdrücklich: „[Selbst] wenn ich zusammen mit dir sterben muss, werde ich dich gewiss nicht verleugnen!“ Und genauso sprachen auch alle [anderen].

32 Und sie kommen zu einem Grundstück, dessen Name „Getsemani“ [ist], und er sagt zu seinen Jüngern: „Setzt euch hier hin, bis ich gebetet habe!“

33 Dann nimmt er Petrus und Jakobus und Johannes mit sich, und er begann, aufgewühlt und geängstigt zu werden,

34 und er sagt zu ihnen: „Meine Seele ist zu Tode betrübt; bleibt hier und wacht!“

35 Und er ging ein wenig voraus und fiel auf die Erde, und er betete, dass – wenn es möglich sei – die Stunde an ihm vorübergehe,

36 und er sagte: „Abba, Vater, alles [ist] dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir weg! Doch nicht, was ich will, sondern was du [willst]!“

37 Und er kommt und findet sie schlafend vor, und er sagt zu Petrus: „Simon, schläfst du? Konntest du nicht eine einzige Stunde wachen?

38 Wacht und betet, dass ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist [ist] willig, aber das Fleisch schwach.“

39 Und wieder ging er los und betete, wobei er dieselben Worte sprach.

40 Und wieder kam er und fand sie schlafend vor, denn ihre Augen waren schwer geworden, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.

41 Und das dritte [Mal] kommt er und sagt zu ihnen: „Schlaft den Rest und ruht euch aus! Es reicht. Die Stunde ist gekommen, siehe!, der Menschensohn wird ausgeliefert in die Hände der Sünder.

42 Steht auf, lasst uns aufbrechen! Siehe!, der mich ausliefert, ist nahegekommen.“

43 Und prompt, noch während er redet, traf Judas ein, einer der zwölf, [Jünger] und mit ihm eine Menschenmenge mit Schwertern und Knüppeln, von den Oberpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten.

44 Der ihn auslieferte, hatte aber ihnen ein Signal versprochen, indem er sagte: „Wen auch immer ich küsse, der ist es – ergreift ihn und führt ihn sicher ab!“

45 Und als er kam, ging er sofort zu ihm und sagt: „Rabbi!“, und er küsste ihn.

46 Sie aber legten die Hände an ihn, und sie ergriffen ihn.

47 Aber einer (jemand von denen, die dabeistanden) zog das Schwert und schlug den Knecht des Oberpriesters, und er trennte sein Ohr ab.

48 Und Jesus reagierte und sagte zu ihnen: „Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln losgezogen, um mich zu verhaften?

49 Tag für Tag war ich bei euch und lehrte im Tempel, und ihr habt mich nicht ergriffen, doch [nur], damit sich die Schriften erfüllten.“

50 Uns sie verließen ihn alle und flohen.

51 Und ein gewisser junger Mann folgte ihm, bekleidet mit einem Hemd über [seinem] nackten [Körper], und sie ergreifen ihn;

52 er aber ließ das Hemd zurück und floh nackt.

53 Und sie führten Jesus ab zum Oberpriester, und alle Oberpriester und Ältesten und Schriftgelehrten versammeln sich.

54 Und Petrus folgte ihm von weitem, bis hinein in den Hof des Oberpriesters, und er saß bei den Gehilfen und wärmte sich am Feuer.

55 Die Oberpriester aber und das gesamte Synedrium suchten eine Aussage gegen Jesus, um ihn zu töten, aber sie fanden keine;

56 denn viele machten Falschaussagen gegen ihn, aber die Aussagen waren nicht gleich.

57 Und einige standen auf und machten Falschaussagen gegen ihn, indem sie sagten:

58 „Wir haben ihn sagen gehört: ‚Ich werde diesen mit Händen gemachten Tempel abreißen und in drei Tagen einen anderen, nicht handgemachten errichten.‘“

59 Und auch so war ihre Aussage nicht gleich.

60 Und der Oberpriester stand auf in die Mitte und fragte Jesus und sagte: „Antwortest du nichts? Was bezeugen diese [Leute] gegen dich?“

61 Er aber schwieg und antwortete nichts. Der Oberpriester fragte ihn erneut, und er sagt zu ihm: „Bist du der Gesalbte, der Sohn des Gepriesenen?“

62 Jesus aber sagte: „Ich bin es, und ihr werdet den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.“

63 Der Oberpriester aber zerriss seine Kleider und sagt: „Was benötigen wir noch Zeugen?

64 Ihr habt die Lästerung gehört! Was ‹meint ihr›?“ Sie alle aber verurteilten ihn, des Todes schuldig zu sein.

65 Und einige begannen, ihn zu bespucken und sein Gesicht zu verhüllen und ihn zu schikanieren und zu ihm zu sagen: „Weissage!“ Auch die Gehilfen nahmen ihn mit Schlägen [entgegen].

66 Und während Petrus unten im Hof ist, kommt eine der Mägde des Oberpriesters,

67 und als sie sah, dass Petrus sich wärmte, schaute sie ihn an und sagt: „Auch du warst bei dem Nazarener, bei Jesus!“

68 Er aber leugnete es und sagte: „Weder weiß ich noch verstehe ich, was du sagst.“ Und er ging nach draußen in den Vorhof, und ein Hahn krähte.

69 Und als die Magd ihn sah, begann sie erneut zu denen zu sagen, die dabeistanden: „Dieser gehört zu ihnen!“

70 Er aber leugnete es wieder. Und kurz danach sagten diejenigen, die dabeistanden, erneut zu Petrus: „Tatsächlich, du gehörst zu ihnen, denn du bist auch ein Galiläer.“

71 Er aber begann sich zu verfluchen und zu schwören: „Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr sprecht.“

72 Und gleich darauf krähte zum zweiten Mal ein Hahn. Da erinnerte sich Petrus an das Wort, als Jesus zu ihm gesagt hatte: „Bevor der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und er brach zusammen und fing an zu weinen.

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